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Ich bin Alexandra Christina Bauer. Als HP für Psychotherapie und Life Coach verstehe es als meine Mission anderen Menschen in ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben zu begleiten und sie dabei zu unterstützen. Vor allem helfe ich Frauen dabei, Selbstliebe zu praktizieren und ein authentisches Leben mit individuellen Lebenskonzepten zu führen.

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Nachdem ich 2 Wochen bei einem singhalesischen Freund in einem Haus in Kandy, der ehemaligen Hauptstadt Sri Lankas, gewohnt habe, ist es Zeit für mich, weiterzuziehen.
Ich stehe an dem riesigen Busbahnhof und versuche den Bus zum Udawalawe National Park zu finden. Nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass es auf Sri Lanka andere Schriftzeichen gibt und auf vielen Bussen kein Ziel angegeben ist. Ich frage mich durch eine bunt umherwuselnde Menschenmenge und folge den deutenden Fingern zu einem gerade einparkenden Bus. Das bedeutet noch relativ freie Sitzwahl.

Auf Sri Lanka gibt es verschiedene Prioritäten, wenn es zur Platzauswahl im Bus kommt. Als erstes muss sichergestellt werden, dass Geistliche einen Platz auf den vorderen Plätzen hinter dem Fahrer bekommen. Danach kommen alte Menschen und schwangere Frauen. Ich musste einmal eine traurige Szene mit ansehen, bei der eine ziemlich alte und gebrechliche Dame mit Stock ihren Platz räumen musste, weil ein junger Mönch in den Bus eingestiegen ist. Die Dame sah sich daraufhin nach einem neuen Sitzplatz um und keiner machte ihr Platz, damit sie sich setzen und sich ihre müden Knochen ausruhen konnte.

Ich steige in den Bus und nehme den Platz ganz hinten am offenen Fenster.
Das ist der Platz direkt über dem Auspuff, wie ich abends nach einer 8-stündigen Busfahrt beim Duschen schmerzlich zur Kenntnis nehme. Erst dachte ich, das Wasser im Dschungel ist dreckig, bis ich bemerkte, dass es der schwarze „Dreck“ ist, der aus meinen Haaren fließt. Der Ruß, der ungefiltert den ganzen Tag den Weg aufwärts zum offenen Fenster neben mir gefunden hat, hat sich schön festgesetzt. Daher kam auch der Migräneanfall. Dadurch und durch die recht abgenutzten Spiralfedern des schon ziemlich alten Busses.

Der Bus füllt sich recht schnell. Zu den Reisenden gesellen sich Verkäufer, die alle möglichen Dinge, die man so auf einer Busreise benötigen könnte, mit einem Bauchladen bewaffnet, anbieten. Aufgeschnittenes Obst, Nüsse, Fleisch am Spieß, welches in altes Zeitungspapier oder vollgeschriebenes Papier, das auf diese Weise upgecycelt wird, eingewickelt ist. Es kommen sogar Männer mit Kinderspielzeug und Putzutensilien in den Bus.

Ich schaue dem Treiben ein wenig zu und bemerke im Bus neben mir ein Geschwisterpärchen. Der Junge und das Mädchen dürften beide nicht älter als 6 Jahre sein und sehen mich mit einem schüchternen Lächeln an. Weiße sieht man hier nicht oft in Bussen des öffentlichen Nahverkehrs und ich entpuppe mich zur Attraktion. Ich lächele und winke den beiden zu und frage, ob ich sie fotografieren darf. Ihr Lächeln ist bezaubernd und sie stimmen zu. Kaum packe ich die Kamera aus und halte sie mir vor’s Gesicht hören die beiden zu lächeln auf und schauen ganz verschüchtert. Ich mache ein Foto und respektiere, dass sie sich nicht wohl zu fühlen scheinen. Wir haben noch ein bisschen Blickkontakt miteinander und dann fahren sie davon. Was wohl ihre Geschichte ist, wohin sie wohl fahren mögen…

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Der Bus ist mittlerweile voll und zur Abfahrt bereit. Ich frage noch ein paarmal nach, ob wir auch wirklich zum Udawalawe National Park fahren und lehne mich entspannt zurück.
Kaum aus Kandy raus sind wir umgeben vom Hochland Sri Lankas, Berge und Täler säumen den Wegesrand. Es ist noch sehr früh, jedoch kommt mit der aufgehenden Sonne die Hitze und drückt sich auf die Erde. Die Busse auf Sri Lanka sind weder klimatisiert noch mit Ventilatoren bestückt, wie in manch anderen Ländern, sodass sich die Hitze auch bald im Bus ausbreitet und staut.

Als ich mich unter meinen Leidensgenossen umsehe, merke ich, wie ich immer noch aus einer Mischung zwischen Staunen und Mitleid angesehen werde. Ich bin sehr zierlich und das ist in diesem Land ein Zeichen für äußerste Armut. Zudem reise ich alleine als junge Frau so weit weg von zu Hause, was ein weiterer Grund zum Staunen ist. Die junge Frau, die es sich in so jungem Alter leisten kann, alleine die Welt zu bereisen, isst wohl nicht genug. Es ist nur natürlich, dass einige Fragen aufkommen, die den Menschen um mich herum ins Gesicht geschrieben stehen. Es sitzen viele Frauen mit noch mehr Kindern im Bus. Ein paar ältere Menschen und vereinzelt sehe ich Männer, die sich Zeitung lesend die Fahrt angenehmer gestalten.

Ich blicke gerade verträumt aus dem Fenster, als der Fahrer einen Gang runterschaltet und Gas gibt. Vollgas. Es ist hier gang und gäbe, dass sich Busfahrer gegenseitig Rennen liefern. Das Rennen geht bis zur jeweils nächsten gemeinsamen Bushaltestelle. Dabei riskieren die Fahrer nicht zu selten das Leben ihrer Insassen. Wie ich am Ende meines Sri Lanka Aufenthaltes erfahre, sterben monatlich viele Menschen bei Verkehrsunfällen, die durch diese Rennen bedingt sind. Es gibt hier viele Berge und somit viele Serpentinen, die die Busfahrten auch zu normalen Umständen schon als schwierig gestalten. Nur einer von vielen weiteren anstrengenden und gefährlichen Punkten, dem die Singhalesen in ihrem Alltag ausgesetzt sind, da für die größtenteils arme Bevölkerung keine Möglichkeit für andere Transportmittel zur Verfügung steht.

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Ich versuche mich abzulenken und sehe in die aufgeregten und fröhlichen Gesichter der Kinder, die neben mir sitzen. Sie erzählen sich aufgeregt gegenseitig Geschichten, die ich nicht verstehe und lachen gemeinsam mit ihren Müttern. Wie einfach ihr Leben auch sein mag, so erfüllt hört sich der Klang ihres Lachens an. So voller Freude und wunderschön sehen die großen, fast schwarzen Augen aus.

Ich bin ein erneutes Mal fasziniert von der tiefen Schönheit, die mir das Land entgegenbringt. Lachende Gesichter, die einen in kurzer Zeit schon in ihr Herz schließen und mir das Gefühl geben, dazuzugehören. Düfte und Geschmäcker, die einem die Sinne verzaubern und fast magische Wirkungen entfachen können. Töne und Melodien, die einen zum Tanzen bewegen und in Trance versetzen können. Es ist, als würde man in einen Fluß springen, der mit seinem strahlend bunten Wasser alle Sinne tränkt und in dem man sich einfach nur treiben lassen muss, um das Wunder des Lebens verstehen zu können.

Mit einem großen Knall und Schlangenlinien werde ich aus meinen Gedanken gerissen.
Wir schlittern etwas unbeholfen auf der Straße bis wir zum Stillstand kommen. Mitten in der Prärie. Kein Mensch, kein Shop, keine Haltestelle weit und breit. Der Fahrer steigt aus und geht zum hinteren Teil des Busses. Der Reifen unter meinem Sitzplatz ist geplatzt und muss gewechselt werden. Es wird noch eine Stunde dauern, bis der Reifen des Busses gewechselt wird, ohne dass die Insassen davor aussteigen werden. Andere Länder, andere Methoden. Mittlerweile ist es mittags und brütend heiß. Mir wird schnell klar, dass es einige Zeit dauern wird, bis das Problem gelöst ist und greife in meine Tasche, um meine Snacks zu essen.
Da bemerke ich auch schon, dass ich diese in der Früh vor lauter Reisefieber wohl in der Küche liegen gelassen haben muss. Mein Magen knurrt.

In dem Moment stupst mich etwas von der Seite an und hält mir Cracker unter die Nase.
Es ist der kleine Junge, der neben mir sitzt und nachdem jetzt jeder der Gruppe mit Crackern versorgt ist, war ich an der Reihe. Auch die Mütter sehen mich aufmunternd an und motivieren mich, mir etwas aus der kleinen Packung zu nehmen. Im ersten Moment habe ich noch Zweifel, ob ich die Kekse wirklich annehmen kann, nachdem ich mir die letzten Wochen ein Bild von schrecklicher Armut auf Sri Lanka machen musste.
Menschen, die in klitzekleinen Wellblechverschlägen wohnen und ihren Kindern an manchen Abenden nichts zum Essen auf den Tisch zaubern können. Menschen, die nie eine Schule besuchen konnten, weil sie immer schon arbeiten mussten, um sich und ihre Familien über Wasser halten zu können. Menschen, die an jedem Tag im Jahr sehr hart auf Plantagen arbeiten müssen, nur um abends mit ein paar Rupien nach Hause zu kommen. Mit Schmerzen und wenig zu essen schlafen sie dann erschöpft ein. Menschen, die sich an ihrem Glauben festhalten und den Tempeln all das Geld spenden, was in der ganzen Familie aufgebracht werden konnte, um für das behinderte Kind Gesundheit bei den Göttern zu erbitten. Nicht wissend, dass die Mönche das Geld nicht allzu selten für Mädchen und Alkohol ausgeben werden.
Nichtsdestotrotz sieht man Hoffnung in den Gesichtern der Menschen hier. Ihre Gesichter strahlen beim Gruß eines Fremden. Ihre Augen schenken einem Wärme. Die eng verbundene Gemeinschaft und die Gewissheit, dass man sich gegenseitig hilft und aufeinander verlassen kann stützt sie in der größten Not.

Ich wertschätze diese Geste eben deswegen umso mehr und bedanke mich bei dem kleinen Jungen und dessen Familie. Die Frauen geben mir mit ihrem strahlendem Lächeln im Gesicht zu verstehen, dass sie sehr gerne mit mir teilen. Auch der kleine Junge strahlt über das ganze Gesicht und alle sehen mir gespannt zu, wie ich den Keks esse.
Ich kann die Macht des Gefühls von tiefer Wärme, die in mir aufstieg, nicht in Worte fassen.

Es ist ein so schöner Moment, in dem mir wieder einmal mehr klar wird, dass man nie alleine ist. Egal wo du bist auf der Welt, es wird immer Menschen geben, die dir helfen werden. Menschen, die mit dir teilen werden. Menschen, die dir für einen Moment das Gefühl von Familie geben. Öffne dein Herz und dir gehört die Welt.

Wir sitzen noch ein paar Stunden nebeneinander im Bus, lachend, schweigend, singend.
Wir alle haben für heute das gleiche Ziel. Udawalawe. Ich fahre dorthin, um wilde Tiere im National Park zu sehen und meine Reise durch dieses kontroverse und doch wunderschöne Land fortzusetzen. Die Familie wird an der Bushaltestelle mitten in der Prärie von ihrer schon wartenden Familie abgeholt. Den Grund für ihre Reise werde ich nie erfahren.

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